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28.06.2017, 21:52 Uhr | cdu-berlin-mitmachen.de / Dr. Jan-Marco Luczak
TXL – sympathisch und notwendig! Warum Berlin Tegel auch in Zukunft braucht.
Ich finde den Flughafen Tegel sympathisch. Er ist ein kleiner, aber leistungsfähiger Flughafen mit kurzen Wegen. Wenn man nur mit Handgepäck reist, sitzt man zehn Minuten nach der Landung bereits im Taxi. Das ist schnell und effizient, nicht nur für Geschäftsreisende. Außerdem verbinde ich wie viele Berliner mit Tegel schöne Erinnerungen an Urlaub in fernen Ländern. Also: ein sehr sympathischer Flughafen!
Dr. Jan-Marco Luczak für Tegel
Natürlich kann Sympathie allein als Begründung nicht hinreichen, Tegel offen zu halten. Für mich ist vielmehr entscheidend: Berlin ist eine wachsende Metropole im Herzen Europas. Unsere Stadt ist attraktiv und wird zunehmend internationaler.
Das zeigen nicht nur die Übernachtungszahlen von Touristen, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung. Auch die Bevölkerung wächst. Bis 2030 werden wir in Berlin rund 4 Millionen Einwohner zählen. Diese Entwicklung ist gut für die Stadt und ihre Menschen. Grundlage und Voraussetzung für diese Entwicklung ist nicht zuletzt, dass Berlin eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur hat. In einer Welt, in der die Kinder irgendwo in Europa studieren, die Großeltern 500 km entfernt leben und Fachkräfte zwischen zwei Arbeitsorten pendeln, muss unsere Stadt auch und vor allem gut, schnell und sicher mit dem Flugzeug zu erreichen sein.

Dies gefährden wir aber, wenn Tegel geschlossen würde. Bereits heute steht fest, dass die erwarteten Passagierzahlen sich ganz anders entwickelt haben, als ursprünglich prognostiziert. Der BER wird bereits bei seiner Eröffnung an den Grenzen seiner Kapazität operieren. Das Potenzial, das mit dem Wachstum unserer Stadt einhergeht, kann er nicht abbilden. Damit verspielen wir aber wichtige Zukunftschancen. Auch ein Blick nach Europa lohnt sich: Keine andere europäische Metropole hat nur einen einzigen Flughafen: London hat allein sechs und selbst das viel kleinere Paris hat zwei Flughäfen. Es wäre auch leichtsinnig, den Flugverkehr einer wachsenden Metropole wie Berlin an nur einem Flughafen zu konzentrieren – im Notfall stünde kein Ausweichflughafen mehr zur Verfügung.

Es verbleibt die Frage: ist es juristisch möglich, Tegel offen zu halten? Es gibt Gutachten, die dies belegen. Andere belegen das Gegenteil. Fest steht aus meiner Sicht nur, dass die Offenhaltung technisch, wirtschaftlich und insbesondere rechtlich komplexe Voraussetzungen erfüllen muss. Ich bin aber überzeugt: Wo ein politischer Wille ist, findet sich auch ein rechtlicher Weg!
Für mich ist also klar: Berlin braucht Tegel als sympathischen, vor allen Dingen aber für die Zukunftschancen unserer Stadt notwendigen Flughafen.
 
Dr. Jan-Marco Luczak
Mitglied des Deutschen Bundestages