Neuigkeiten

29.06.2017, 12:17 Uhr | cdu-berlin-mitmachen.de / Christoph Brzezinski
TXL? Nicht Nostalgie, sondern Zukunft!
Bei der Debatte über einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel auch nach einer möglichen Eröffnung des BER könnte man auf den Gedanken kommen, vor allem nostalgische Gefühle ehemaliger West-Berliner seien verantwortlich für die hohen Zustimmungsraten für einen Weiterbetrieb in den Umfragen. Man könnte meinen, viele Menschen hätten einfach keine Lust im Falle des Falles zum Fliegen in das ferne Schönefeld zu fahren, anstatt mal eben zum guten alten TXL, von wo es schließlich schon immer nach Mallorca ging.

Möglich, dass auch solche Erwägungen eine Rolle spielen. Und verübeln könnte man sie wohl auch niemandem.
Christoph Brzezinski für Tegel
Entscheidend sind sie jedoch nicht. Denn die Frage, ob Berlin TXL auch nach Eröffnung des BER (so diese irgendwann Realität wird) weiterbetreiben soll, ist keine Frage der Vergangenheit, sondern eine der Zukunft. Eine Großstadt, die per Flugzeug nicht vernünftig erreichbar ist, hat ein Problem. Das betrifft den Tourismus, das betrifft aber vor allem die Mobilität der Menschen, insbesondere der jungen Menschen. In meiner Generation sind viele darauf angewiesen, flexibel und schnell von und nach Berlin zu kommen. So sieht die Berufswelt heute eben vielfach aus. Das muss einem nicht gefallen, ignorieren darf man es nicht. Und gerade als Weltstadt ist die Verbindung zu dieser Welt elementar. Was also tun, wenn der BER öffnet, Tegel schließt und es fehlt massiv an Kapazitäten?

Der in den 90er-Jahren gefasste Entschluss, der Bedeutung Berlins entsprechend hier ein Luftdrehkreuz zu bauen und dafür die beiden kleinen Flughäfen in Tegel und Tempelhof zu schließen was aus damaliger Sicht, mit der Kenntnis der damaligen Zahlen und Prognosen, richtig. Doch seitdem hat sich viel verändert; die Fluggastzahlen sind geradezu explodiert, am BER wurde alles falsch gemacht, das falsch zu machen war und mittlerweile steht fest: es wird gar kein Drehkreuz geben. Eben nur einen etwas größeren Regionalflughafen. Und der wird, das steht fest, schon bei Eröffnung nicht ausreichen für den bestehenden Bedarf. 
 
Für jemanden, der bei Verstand ist, gibt es nun zwei Alternativen: den BER noch während des Baus zu erweitern, an den Bedarf anzupassen. Oder eben einen zwar etwas in die Jahre gekommenen, aber selbst bei derzeitiger zahlenmäßiger Überlastung erstaunlich gut funktionierenden Flughafen in Tegel offen zu halten.
Der Berliner Senat und die Brandenburger Landesregierung sagen konsequent: wir machen nichts von beidem. Alles läuft weiter wie geplant und dann… dann schauen wir mal. Das ist absurd, verantwortungslos und wird der Region Berlin-Brandenburg schweren Schaden zufügen.
 
Die Berliner CDU ist nun in einer nicht so einfachen Lage. Schließlich hat sie, anders als die FDP, in dieser Stadt in den letzten 20 Jahren auch Verantwortung getragen. Was wiegt also mehr? Die über viele Jahre vertretenen, nur leider von der Realität überholten Positionen? Oder der Anspruch, in Anbetracht der tatsächlichen Gegebenheiten gute Politik für unsere Stadt zu machen?
 
Ich meine, gute und verantwortungsvolle Politik ist nur möglich, wenn man seine Überzeugungen regelmäßig überprüft und wenn notwendig zum Wohle der Sache auch verändern kann. Und ich halte es in diesem Fall für dringend notwendig. Die Verweigerungspolitik des Senats lässt keine andere Möglichkeit, als für einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel zu kämpfen. Wir dürfen unsere Stadt und unsere Region nicht sehenden Auges in ein riesiges Verkehrschaos laufen lassen. Und das lässt sich derzeit nur durch eine Offenhaltung von TXL verhindern.
 
Deshalb werde ich beim Mitgliederentscheid der Berliner CDU für eine Unterstützung des Volksentscheids zum Weiterbetrieb von TXL stimmen!
 

Christoph Brzezinski
Vorsitzender der Jungen Union Berlin

Die Landeskonferenz der Jungen Union Berlin hat am 6. Mai 2017 mit großer Mehrheit beschlossen, die Initiative zur Offenhaltung des Flughafens Tegel zu unterstützen