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05.03.2018, 13:38 Uhr | nane
Neue Visitenkarte für Berlin

Der Zentrale Busbahnhof ZOB soll es richten. Die erste Anlaufstelle für Berliner Bustouristen soll nicht nur schön, sondern auch zweckmäßig sein. Nadine Gottschalk, Geschäftsführerin der Omnibusbetreibergesellschaft mbH, stellte im Bürgerbüro Andreas Statzkowski das Konzept zum neuen ZOB vor. Gleichzeitig stellte sie sich den kritischen Fragen der zahlreichen Anwohner und interessierten Bürger.

Der ZOB als neue Visitenkarte für Berlin

Der Zentrale Omnibusbahnhof wurde 1966 eröffnet. „Der Charme von damals ist noch da“ verriet Nadine Gottschalk mit einem Lächeln. „Und zunächst habe man ja gedacht, dass der ZOB mit einigen Eimern Farbe aufzufrischen sei“ erläutert Gottschalk sichtlich amüsiert. Jetzt sei sie heilfroh, dass der ZOB nicht nur hübsch gemacht wird, sondern durch Umbau und Kapazitätserweiterung auch den Anfordernissen des 21. Jahrhunderts gerecht wird.

Die sind teilweise beträchtlich, wenn man sich die Zahlen zum ZOB anschaut. Rund 6,2 Millionen Fahrgäste kommen hier pro Jahr in Berlin an oder fahren weg. Das sind durchschnittlich 17.000 pro Tag – Weihnachten, Ostern und an Feiertagen sind es 25.000 Reisende und mehr. Studenten sind mit 32 Prozent der Fahrgäste die größte Gruppe der Busreisenden, „weil das Reisen per Bus einfach preiswert ist“, betont Nadine Gottschalk. Auch wenn einige Anbieter ihre Busreisen eingestellt haben, so wird die Zahl der Reisenden weiterwachsen. Im Jahr 2016 gab es 166.000 An-und Abfahrten am ZOB. Nach der Fertigstellung können dort bis zu 409.000 Fahrzeuge pro Jahr abgefertigt werden.

Mehr Service, mehr Komfort und Barrierefreiheit

In drei verschiedenen Bauphasen werden nun die Haltestellen von 27 auf 33 erweitert und auch neu angeordnet. „Jeder Bus steht dann alleine in einer Bucht“ betont Gottschalk. Der Vorteil: Der Busfahrer kann dann ohne zu rangieren losfahren.

Die veraltete Wartehalle wird neugestaltet, zudem werden mehr Warteplätze geschaffen. Die Sanitäranlegen werden erneuert, die Leitstelle verlegt. Gleichzeitig wird es zwischen Leitstelle und Busfahrer Sichtkontakt geben, zudem ist die Leitstelle über 24 Stunden an sieben Tagen besetzt. Eine hochmoderne Fäkalienanlage mit Reinigung wird installiert.

Insgesamt soll alles freundlicher werden. Mit drei Farbvarianten – gelb, orange und blau – bekommt der Reisende ein farbbezogenes Leitsystem. Alle Infosäulen haben einen Taster für den Notfall. Gleichzeitig gibt es Bodenindikatoren, die es blinden Personen ermöglicht, ohne fremde Hilfe ihren Weg zu finden. Selbstverständlich ist die Barrierefreiheit in allen Bereichen.

Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb. „Das ist oftmals eine große Herausforderung“ sagt Nadine Gottschalk und bittet gleichzeitig um Verständnis, dass nicht immer alles optimal läuft.



Was nicht klappt, wurde bei den Fragen an Nadine Gottschalk deutlich

So seien die Ansagen unerträglich lang, berichtet ein Anwohner. Bei der Bahn ginge es ja auch kürzer. Frau Gottschalk will sich der Problematik annehmen.

Zudem sei die Lautsprecheranlage sehr laut. „Leider funktioniert die alte Anlage nur komplett oder gar nicht“, erklärte Frau Gottschalk. Da es bereits mehrere Hinweise dieser Art gegeben habe, wolle man nun einzelne Lautsprecher abklemmen, um Abhilfe zu schaffen. Auf Nachfrage bestätigte Gerd Freitag, Betriebs & Zielgruppenmanager der BVG, dass dies bereits geschehen ist – und zwar innerhalb einer Woche nach dem Vortrag von Nadine Gottschalk im Bürgerbüro. Die neue Anlage wird dann 2019 installiert werden.

Andreas Statzkowski will mit Anfragen weiterhelfen

Warum verstopfen die nach Norden abfahrenden Busse die Knobelsdorffstraße bzw. die Königin-Elisabeth-Straße anstatt über den Spandauer Damm zu fahren? Dazu erklärte Frau Gottschalk, dass sie nur für die Busse zuständig ist, wenn sie auf dem ZOB-Gelände sind. Danach können sich die Busfahrer frei entscheiden, welchen Weg sie nehmen. Andreas Statzkowski wird dazu eine schriftliche Anfrage an den Rot-Rot-Grünen Senat stellen.

Wird der Messedamm weiter für Zu-und Abfahrten genutzt? „Ja,“ sagt Nadine Gottschalk kurz und bündig, „denn betrieblich ist das notwendig.“

Wie sieht es mit freiem WLAN am ZOB aus? „Das hätte ich gerne“ antwortet Nadine Gottschalk“, „aber diese Baumaßnahme ist nicht mit dem Land Berlin besprochen worden.“ Dazu wäre eine Kabeltrasse Kaiserdamm - ZOB nötig. Die Kosten belaufen sich auf etwa 75.000 Euro. „Die haben wir nicht“, sagt Gottschalk. Auch hier versprach Andreas Statzkowski eine Anfrage zu stellen.

Hinsichtlich der erheblichen Kostensteigerung des Umbaus - auf etwa 30 Millionen Euro - wollte Nadine Gottschalk keine Angaben machen. Inzwischen befasst sich der Hauptausschuss damit, denn die Mehrkosten müssen von den Abgeordneten bewilligt werden.

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