IRLAND UND DEUTSCHLAND: GEMEINSAM ERFOLGREICH IN EUROPA

Wie die irische Regierung die Bevölkerung von der Europapolitik überzeugt hat und welche Verbesserungen für die zukünftige Entwicklung Europas notwendig sind, diskutierte der irische Europaminister, Paschal Donohoe im „Gesprächskreis Europapolitik“ der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im Abgeordnetenhaus und Kandidaten für das Europäische Parlament, Stefan Evers.
 

In seinem Kommentar zum Vortrag des prominenten Gastes sparte Evers nicht mit Lob: Nach einer harten Sparpolitik, einschneidenden Maßnahmen und Entbehrungen, habe es Irland als erstes Krisenland geschafft, im Dezember 2013 den Euro-Rettungsschirm zu verlassen. Im Bereich der Exporte hat Irland inzwischen sein Vorkrisen-Niveau wieder erreicht und die Wirtschaftsleistung wächst stetig. 
 
Die Globalisierung sei ein Wettlauf, betonte Donohoe. Die Europäische Union ermögliche es ihren Mitgliedern, diesen Wettstreit gemeinsam zu bestreiten. In dieser Gemeinschaft könne jedes Land besser bestehen als alleine. Die wirtschaftlichen Veränderungen seien die industrielle Revolution der Gegenwart. Die besten Chancen könne ein einzelnes Land ebenso wenig alleine annehmen, wie es die größten Herausforderungen, etwa Klimawandel und Terrorismus, effektiv lösen könne. Dazu bedürfe es einer vertrauensvollen Kooperation. "Nur wenn wir zusammenarbeiten, können wir die europäische Gemeinschaft zu unserem Vorteil nutzen.".
 
Als Schlüssel für den Erfolg Irlands bei der Überwindung der Krise sieht er die Zustimmung der irischen Bevölkerung zu Europa. „Die Mehrheit der Iren unterstützt die EU. Trotz aller Schwächen, Schwierigkeiten und Frustrationen bietet sie unserem Land die beste Plattform, unsere nationalen Interessen zu vertreten und umzusetzen.“ Die irische Regierung habe die EU-Mitgliedschaft stets als Gewinn betrachtet und die positiven Auswirkungen des Fiskalpaktes für die irische Wirtschaft betont. „Dank der EU-Mitgliedschaft Irlands hat sich die Situation in Bildung und Umwelt sowie auf dem Arbeitsmarkt verbessert“, führte der irische Europaminister die positiven Auswirkungen an.
 
Irland hatte in der Krise mit einer hohen Arbeitslosigkeit und massiven Haushaltsproblemen zu kämpfen. Aber Bevölkerung akzeptierte harte Einschnitte und zeigte Durchhaltevermögen und Solidarität. Die Arbeitslosigkeit habe sich in den letzten 19 Monaten konstant verringert, 60.000 neue Arbeitsplätze seien entstanden. „Wir sind das erste Land, das erfolgreich den Eurorettungsschirm verlassen hat und auf keine weiteren Hilfen angewiesen sind“, sagte Donohoe. Irland werde weiter an den noch bestehenden Problemen arbeiten und in seine Wirtschaft investieren, um künftig noch wettbewerbsfähiger zu werden.

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