BER-UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS: ZEUGEN VERWICKELN SICH IN WIDERSPRÜCHE

In den letzten beiden Sitzungen des BER-Untersuchungsausschusses wurden der ehemaliger Leiter des Bereiches Planung und Bau der Flughafengesellschaft, Joachim Korkhaus, und der unter anderem für das Flugastterminal zuständige Projektleiter Olaf Nozon als Zeugen befragt.

Abgesehen davon, dass sich der Zeuge Korkhaus (der schon einmal Ende vergangenen Jahres befragt wurde), sich in Widersprüche verwickelte und diese trotz intensiver Nachfragen nicht aufklären konnte, haben sich in den Befragungen eine Reihe von Ursachen für die Verschiebungen der Eröffnung des BER erwiesen.
 
Einerseits räumen die verantwortlichen in der Flughafengesellschaft ein, dass die von ihnen beauftragte Planungsgesellschaft (pgbbi) mit ihren Leistungen deutlich im Verzug war und der FBB „keinen reinen Wein eingeschenkt habe“ (so der Zeuge Korkhaus). 
 
Dies mag zwar als Ursache für die zum 03.06.2012 geplante Inbetriebnahme des BER hinhalten, wirft jedoch die Frage auf, warum die Leistungen eines von der Flughafengesellschaft (FBB) beauftragten Unternehmens nicht auch sorgfältig von der FBB geprüft wurde. Denn schließlich ist die pgbbi für ihre Tätigkeit von der FBB vergütet worden.
 
Des weiteren hatte der für die Inbetriebnahme gesetzte Termin am 03.06.2012 innerhalb der FBB eine Art „autosuggestive Wirkung“. Weder der Planungsleiter Korkhaus noch der für das Fluggastterminal verantwortliche Nozon haben es jemals in Betracht gezogen, dass die Bemühungen, den Flughafen allen Widrigkeiten zum Trotz doch noch rechtzeitig eröffnen zu können, hätten scheitern können.
 
Trotz erheblichen Verzügen bei Planung und Bau, einer unfertigen Brandschutzanlage und anderen Schwierigkeiten wurde weder von den Projektverantwortlichen noch von der Geschäftsführung mit dem erforderlichen Augenmaß die Situation eingeschätzt und gegenüber dem Aufsichtsrat die Möglichkeit eines Scheiterns der Eröffnung zum 03.06.2012 eingeräumt. Scheinbar war hier der Wunsch der Vater des Gedanken und das Ergebnis eine unprofessionelle und rosarot eingefärbte Sicht der Dinge.
 
Die Frage, warum der Aufsichtsrat nicht adäquat informiert wurde und welche Hintergründe die Schönfärberei der Verantwortlichen hat, wird den Untersuchungsausschuss auch in den nächsten Zeugenbefragungen beschäftigen.

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