Amann sucht Erklärungen

Der Untersuchungsausschuss BER hat heute den ehemaligen Geschäftsführer Horst Amann als Zeugen gehört. Dieser war im August 2012 als "Retter" ins Flughafenprojekt geholt und als Geschäftsführer für den technischen Bereich installiert worden.

Unter anderem aufgrund der schwierigen Zusammenarbeit zwischen Herrn Mehdorn und dem Zeugen Amann trennte sich die Flughafengesellschaft im Herbst 2013 von letzterem als Geschäftsführer Technik. Ein vom Zeugen Amann seinerzeit eingestellter Mitarbeiter steht derzeit unter dem Verdacht, als leitender Angestellter der Flughafengesellschaft Bestechungsgelder angenommen zu haben. Befragt nach den Hintergründen des Korruptionsfalls schob er den "Schwarzen Peter" vor allem seinem Widersacher Hartmut Mehdorn zu.

Der Untersuchungsausschuss-Sprecher der CDU-Fraktion Stefan Evers, erklärt dazu:

„Horst Amann wurde in einer schwierigen Phase an den BER geholt, um die großen Probleme auf der Flughafenbaustelle zu lösen. Stattdessen hat er das Projekt weitgehend zum Erliegen gebracht. Er umgab sich mit einem Kokon überbezahlter Berater, die sich ohne klaren Auftrag und Leistungsanreiz im Unternehmen als neue Herren des Geschehens inszenierten: 'Wir kommen aus der freien Wirtschaft, bis heute waren hier nur Vollpfosten am Werk, ab jetzt wird gearbeitet' war sinngemäß die Losung zum Antritt der neuen Truppe. Die Auswirkung auf die Motivationslage der Projektbeteiligten liegt auf der Hand. Wesentliche Wissensträger wurden endgültig vergrault. Offenbar waren die neuen Strukturen auch korruptionsanfällig, wie der jüngst bekannt gewordene Vorfall bei der Firma Imtech zeigt. Allein vor diesem Hintergrund war es richtig, dass das Amann-Netzwerk nicht von langer Dauer war. Nachdem Amann selbst den Flughafen der Fertigstellung kein Stück näher gebracht hat, ist auch die Trennung von ihm als Geschäftsführer eine absolut nachvollziehbare Entscheidung."

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